Was ist Voltigieren?
Hauptsächlich wird in den Gangarten Schritt und Galopp voltigiert - zu Trainingszwecken manchmal auch im Trab.
Für Kinder dient das Voltigieren oftmals als Einstieg in den Pferdesport.
Auch kann das Voltigieren als Leistungs-/Wettkampfsport betrieben werden.
Das Voltigierpferd:
Ein Voltigierpferd sollte einen guten Charakter haben, d.h. brav, gutmütig, geduldig, ruhig und nervenstark sein. Die Voltigierer und der Longenführer bilden mit ihrem Voltigierpferd eine Einheit und müssen dem Pferd vertrauen sich ganz auf es verlassen können.
Für den Wettkampfsport sollte es zudem eine ausdauernde, ruhige, gleichmäßige und trotzdem schwungvolle Galoppade haben, da es auf Turnieren, je nach Leistungsklasse (s.u.) bis zu 15 Minuten galoppiert.
Das Gebäude des Voltigierpferdes sollte großrahmig und stabil sein. Es sollte einen breiten und unempfindlichen Rücken sowie eine breite, wenig abfallende Kruppe haben. Zudem müssen die Beine gesund und kräftig sein.
Die Größe des Pferdes richtet sich v.a. nach der Größe der Voltigierer und ist nicht vorgeschrieben. Im Anfängerbereich werden häufig Ponys eingesetzt, im Leistungssportbereich haben die Pferde in der Regel ein Stockmaß zwischen 1,70 m und 1,85 m.
Die Ausrüstung des Voltigierpferdes:
Was braucht ein Voltigierer?
Das Voltigieren fordert die Aktiven in vielerlei Hinsicht:
Geschult werden:
- Gleichgewicht
- Kraft
- Spannung
- Beweglichkeit
- Rhythmusgefühl
- Vertrauen/Zusammenhalt in der Gruppe
- Mut
- Kreativität
Voltigieren als Wettkampfsport
Wettkampfmäßig gibt es das Gruppen-, Doppel- und Einzelvoltigieren eingeteilt in verschiedene Leistungsklassen:
Leistungsklassen Gruppenvoltigieren:
LK A
- 8 Voltigierer je Gruppe + 1 Ersatzvoltigierer
-
kann in zwei Altersstufen ausgeschrieben werden (Gruppen mit
Mitgliedern im Alter von 16 Jahren und jünger sowie Gruppen ohne Alterslimitierung)
-
Zum Aufstieg in die nächst höhere Klasse L wird wie bisher zweimal die Mindestnote von 5,0 benötigt, allerdings muss die Gruppe erst nach viermaligem Erreichen in die höhere Klasse aufsteigen.
LK L
-
8 Voltigierer je Gruppe + 1 Ersatzvoltigierer
-
kann in zwei Altersstufen ausgeschrieben werden (unterschieden wird zwischen Gruppen mit Mitgliedern im Alter von 18 Jahren und jünger sowie Gruppen ohne Alterslimitierung)
-
Zum Aufstieg in die nächst höhere Klasse M* wird wie bisher zweimal die Mindestnote von 5,5 oder höher benötigt, allerdings muss die Gruppe erst nach viermaligem Erreichen in die höhere Klasse aufsteigen
LK M*
-
8 Voltigierer je Gruppe + 1 Ersatz- bzw. Alternativvoltigierer
-
altersoffen
-
Startberechtigt in M* sind Gruppen, die mindestens zweimal die Wertnote von 5,5 oder höher in der Klasse L erhalten haben
LK M**
-
8 Voltigierer je Gruppe + 1 Ersatz- bzw. Alternativvoltigierer
-
altersoffen
-
Startberechtigt in M** sind Gruppen, die mindestens zweimal die Wertnote von 6,5 oder höher in der Klasse M erhalten haben
LK S
-
Die Klasse S ist dem Spitzensport vorbehalten und orientiert sich am internationalen Reglement.
-
6 Voltigierer je Gruppe + 1 Ersatz- bzw. Alternativvoltigierer
-
altersoffen
-
Startberechtigt in S sind Gruppen, die mindestens zweimal die Wertnote von 7,0 oder höher in der Klasse M oder bei den Juniorteams erhalten haben
-
S-Gruppen können alternativ von Turnier zu Turnier zwischen M und S wechseln.
Juniorteams
- Die Juniorteams werden wie die Gruppen der Klasse S nach internationalem Reglement ausgeschrieben.
- 6 Voltigierer je Gruppe + 1 Ersatz- bzw. Alternativvoltigierer
- Mitglieder im Alter von 16 Jahren und jünger
- im Gegensatz zu den anderen Klassen müssen nicht alle Voltigierer einem Verein angehören
- Um als Juniorteam an den Start gehen zu können, bedarf es keiner Aufstiegs- oder Qualifikationsnoten
- Juniorteams haben je nach erzielten Leistungen (Wertnoten) die Möglichkeit, in die Klassen A bis S zu wechseln, sofern die Gruppenvoltigierer alle dem gleichen Verein angehören
Einzelvoltigieren (LK M & S):
- Um von der Leistungsklasse M nach S aufzusteigen benötigt man mindestens zweimal und maximal dreimal die Wertnote 7,0
Im Breitensport gibt es zudem vielfältige Prüfungsformen, die die Nachwuchsvoltigierer an das Turniergeschehen heranführen sollen.
Die gängigsten sind:
- Schritt-Schritt-Wettbewerbe, hier wird eine vereinfachte Pflicht (BaWü) und die Kür im Schritt geturnt.
- Galopp-Schritt-Wettbewerbe, in diesem Fall wird die Pflicht im Galopp und die Kür im Schritt gezeigt.
Zudem gibt es auch Einzel- und Doppelwettbewerbe im Schritt und im Galopp, sowie reine Kür- und Pflicht-Wettbewerbe. Hier sind dem Veranstalter praktisch keine Grenzen gesetzt.
Auch für Nachwuchspferde gibt es seit einiger Zeit eine spezielle Prüfung, die Voltigierpferdeprüfung. Hier zeigen vier Voltigierer vier aufeinanderfolgende und vorgeschriebene Pflichtübungen und eine kurze Kür mit maximal Doppelübungen im Galopp. Bewertet wird ausschließlich das Pferd. Die Bewertungskriterien sind die folgenden:
- Ausbildungsstand und Galoppade
- Akzeptanz der Übungen
- Einwirkung des Longenführers und Reaktion des Pferdes auf die Hilfengebung
Reiterverein Mannheim-
Vogelstang-Wallstadt e.V.
